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Wednesday, 22. August 2018, 10:42

Was wäre wenn - oder Quo Vadis Altvorderen?

Zuerst machte es "Plitsch", dann machte es "Platsch" und dann ergoss sich ein Kübel Eiswasser über den kleinen Beschwörer.
"Waah! Hilfe Sturzflut!"
Prustend richtete er sich auf und schüttelte sich wie ein nasser Wolf.
Gelächter brandete um ihn auf, und als er sich das Wasser aus den Augen wischte sah er sie alle um sich versammelt.
"Du schnarchst!"
"Wie ein Rudel Holzfäller!"
"Gar nicht wahr. Ich schnarche nicht."
"Ja klar. Selbst das Gemäuer hat schon Risse bekommen."
"Gar nicht wahr. Da ist vorher ein Titan durchgelaufen."
"Ja ja, immer auf die Kleinen."
Erneutes Gelächter. War Klein und Titan doch etwas, das sich zusammen überhaupt nicht vertrug.
"Brr, ist das kalt. Also Leute, was ist los?"
"Ein neuer Auftrag."
"Soll sich jemand anders darum kümmern. Manno, die 85 Doppel-D waren schon so... äh grummel..."
"Von was du wieder träumst..."
"Hab ich was gesagt?" Der Kleine Elementarist tat so, als würde er den Himmel bewundern, klimmperte mit den Augenlidern und sogar ein leises Pfeifen war zu hören.
"Nöö! Nie!" kam es im Chor zurück.
"Also, dann mal Tacheles geredet. Was ist los?"
"Jonathan hat einen Hilferuf geschickt. Ich werd auch nicht ganz schlau aus dem Geschreibsel, aber anscheinend ist die Nahrungsmittelversorgung in Gefahr. Wir sollten uns das mal ansehen oder willst du auf dein täglich Wein und Brot verzichten?"
"Was, kein Wein mehr? Ja spinnen die Viecher? Das gibt Haue!"
So zogen die Altvorderen als in die Schlacht.
Wie Perlen auf einer Schnur rasten sie durch Randol, an dem immer grimmig schauenden Leon und seiner Wachmanschaft vorbei durch das Südtor, über die kleine Holzbrücke, durch Kräutergärten und Apfelplantagen hin zu Jonathan.
Nachdem alles geklärt war mit Bezahlung und so, legten die Altvorderen los.
Der Ritter ritterte, die Heilis heilten, der Beschörer beschwörte.
Es war ein unbeschreibliches Durcheinander. Staubwolken wölkten auf, die Sehnen surrten, die Schwerter klirrten und die Sense senste einfach.
Schliesslich endete das grausame Schlachten.
Staubig, müde, erschöpft aber mit reichlich Beute beladen kehrten sie nach Randol zurück.
Der Wein für alle würde so schnell nicht zuende gehen.
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2

Friday, 24. August 2018, 14:41

Wieder einmal raste der kleine Beschwörer durch Randol.
Als er erwacht war und nach seinem morgendlichen Glas Traubensaftperle (Trademarket by Kira) lechzte, hatte er entsetzt festgestellt, dass nur noch ein kläglicher Rest vorhanden war. Wie sollte ein Krieger-Zauberer seine Pflicht erfüllen, wenn ihm sein Traubensaftperle (Trademarket by Kira) fehlte.
Nie, nie konnte das gutgehen.
Alles Fluchen half aber nichts, er würde sich auf die Reise zu Jonathan machen müssen. Natürlich fand er Traubensaftperle (Trademarket by Kira) auch direkt in Randol, bei diversen Händlern, aber sagen wir es mal diplomatisch - Traubensaftperle (Trademarket by Kira) aus Randol schmeckte wie Pisse, wanderte das Zeug vom Hersteller bis zum Händler doch durch viele Hände und jeder versuchte durch Streckung seinen Gewinn zu maximieren.
Nein, für den kleinen Beschörer kam nur das Original in Frage. Und das gabs nur direkt beim Hersteller.
Seine Kumpels und Kumpelinen kumpelten gerade irgenwo herum also beschloss er alleine zum Weingut zu reisen.
Schon von weitem konnte er Leon winken sehen. Man kannte sich eben in Iris.
Leon brüllte etwas, das der kleine Beschwörer aber nicht verstand.
Grüßend hob er die Hand um zurückzuwinken als er an Leon vorbeiflitzte.
"Halt!" hörte er noch, dann krachte sein "gestählter Bauch" (Hust! Hust!) gegen zwei waagerechte Speerschäfte. Der Schwung trieb ihm nicht nur die Luft aus den Lungen, sondern ließ auch seinen Körper wie ein Taschenmesser um die Schäfte zusammenklappen. Es folgte eine Rolle rückwärts um die Speerschäfte, die mit einem Plumps auf dem Hosenboden endete. Dann krachte etwas gegen seinen Rücken und blitzartig machte sein Gesicht Bekanntschaft mit den Pflastersteinen während mit einem Quietschen Tolpatsch, sein kleiner Drachling, zwei Schritte vor ihm zu stehen kam.
"Aua! Aua! Aua!"
Noch ehe der kleine Beschwörer sich richtig erholen konnte krachte zuerst eine baggerschaufelgroße Pranke in sein Genick, dann packte sie ihn am Wams und riss ihn hoch. Wärend seine Füsse nun einen halben Schritt über dem Boden zappelten fühlte er sich im Griff von Leon wie ein Sack Reis der gleich umfallen würde.
"Hast du Watte in den Ohren oder was ist an Halt! so schwer zu verstehen?"
Der kleine Beschwörer hustete das Blut aus - ein eisamer Zahn schien auch dabei zu sein (da würden die Heiler wieder einiges zu tun haben, bis alles wieder gerichtet war.) - während er versuchte sich gegen den eisenharte Griff von Leon zu stemme.
"Waff ifft? Ich hab nichtff gehört."
"Hast du mein Stopp-Handzeichen nicht gesehn?"
"Ich dachte daff du winkfft."
"Ich winke nicht! Schon gar nicht so nem kleinen Kümmerling wie dir."
Soweit also zu "Man kennt sich halt in Iris."
"Du und deine Kumpels wart doch gestern im Jagdgebiet bei Drenoir. Hast du dabei deine Elementare eingesetzt?"
"Hm. Jaaa?"
"Hast du auch an den Schutzzauber gedacht?"
Schutzzauber?
So langsam dämmerte dem kleinen Beschwörer etwas. Sein Meister hatte ihn aussdrücklich darauf hingewiesen den Schutzzauber in jede Beschwörung zu weben, denn der verhinderte dass die Elementare "Flurschäden" anrichteten. Grummel!
"Äääh. Nein"
"Ja Himmelsakrezementluja. Bist du von allen guten Geistern verlassen. Weißt du was es gekostet hat die Brandflecken zu entfernen und den umgegrabenen Boden wieder hinzurichten? Ein ganzes Rudel Gärtner war den ganzen Tag damit beschäftigt das zu richten."
Mit jedem Wort schüttelte Leon den kleinen Beschwören hin oder her bis er sich wie fünfmal durchgekaut und dann ausgespuckt fühlte.
Endlich endete die Rüttelei.
"Was soll ich nur mit dir machen?"
Zaghaft hob der kleine Beschwörer die Hand. "Ich hätte da einen Vorfflag."
Man einigte sich schliesslich auf 2 Kisten Traubensaftperle (Trademarket by Kira) (natürlich das Originalzeug von Jonathan) und jeden Mittwoch ein Opfer für die Götter.
Ja, das war kein gloreicher Tag für den kleinen Beschwörer.

This post has been edited 1 times, last edit by "Arpad" (25. August 2018, 05:30)

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3

Wednesday, 29. August 2018, 11:08

Der Kleine Beschwörer nahm Maß.
Breitbeinig stand er da, den rechten Arm waagerecht ausgestreckt. Der Daumen zeigte nach oben und das linke Auge hatte er zusammengekniffen.
"Mehr nach linkff."
Leises Gelächter.
"Etwaff mehr nach oben."
Das Gelächter wurde lauter.
"Ruhe da hinten oder ich laff euch ffieben mal um den Effeffierplaff laufen.".
Wie ein Tsunami brach das Gelächter los.
Ja, wer den Schaden hatte, brauchte ... und so weiter.
Mit Grausen erinnerte sich der Kleine Beschwörer daran wie er zum Lager der Gilde zurückgehumpelt war, nach dem ihn Leon in seinen Pranken gehabt hatte. Eine Tortur, eine einzige Tortur. Und dazu die breit grinsenden Gesichter jener, die das kleine Malheur mitbekommen hatten.
Eigentlich hatte er sich viiiel Mitgefühl erhofft, vielleicht auch ein paar tröstende Worte als er sich in das Gildengebiet zurückquälte.
Er hatte sich sogar schon eine heroische Geschichte ausgedacht, in der ein riesenhafte Brückentroll die Hauptrolle spielte. Wie das Leben aber nun einmal war - der Klatsch- und Tratschfunk von Randol funktionierte hervorragend.
Viel zu gut, fand der Kleine Beschwörer.
Ihn schüttelte es noch immer als er an die Untersuchungen der Kleinen Heilerinnen dachte.
"Tuts hier weh?" Pieks.
"Aua!"
"Und hier?" Pieks.
"Aua!"
"Und wie ist es hier?" Doppelpieks.
"Aua! Aua!"
Er wusste genau, dass die das mit Absicht machten.
Schließlich endete auch das und die Kleinen Heilerinnen machte sich endlich daran seine Wunden zu versorgen. Leider würde es noch ein paar Tage dauern, bis seine Zähne nachgewachsen waren.
So stand er also hier und peilte über den Daumen die Position an, die die Gildennotiz an dem alten Scheunentor einnehmen sollte.
"Entscheide dich endlich." Grummelte der Kleine Titan der die Gildennotiz nach Anweisung hin und her schob.
"Ffo ifft gut. Kannfft eff fefftnageln."
"Na endlich."
Der Kleine Titan setzte einen rostigen Nagel an und drückte ihn mit einem Ruck bis zum Anschlag ins Holz.
Da hing sie nun. Die neueste Errungenschaft der Altvorderen.
Die GILDENNOTIZ.
Eine der ersten Meilensteine der Gilde.
Das war wieder ein guter Tag für die Altvorderen.
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Wednesday, 5. September 2018, 12:21

"Ich - hasse - dich!!! Ich - hasse - dich!!! Ich - hasse - dich!!!"
Die Kleine Heilerin trommelte mit ihren Fäustchen gegen das Scheunentor. Eigentlich war es ja nicht das Scheunentor auf das sie hämmerte, sondern die sehr, sehr, sehr große Zielscheibe die an dem Scheunentor hing. Sie diente als Übungsziel für ihre Piekser/Pfeile. Die Zielscheibe war schon uralt - na ja, ein paar Tage alt - und sollte eigentlich schon ziemlich malträtiert aussehen da die Kleine Heilerin jeden Tag ihr Übungspensum absolvierte.
Die Zielscheibe sah aber noch immer so aus, wie sie aussah als sie neu war.
Unbefleckt, wunderschön mit ihren geometrischen Kreisen, jungfräulich, ohne Schaden.
Dafür bröckelte links und rechts des Scheunentores der Putz von den Wänden, waren tiefe Kratzer in sie hineingegraben, dort wo die Piekser/Pfeile das Scheunentor/die Zielscheibe verfehlt hatten und gegen die 'Steinmauer gekracht waren.
"Jetzt beruhig dich doch mal!" rief der Kleine Beschwörer. "Schau, dort, da hast du doch fast das Scheunentor getroffen."
Er deutete auf eine helle Stelle in dem uralten Holz das am Rande des Tores schimmerte.
Langsam drehte sich die Kleine Heilerin um.
Der Kleine Beschwörer konnte genau sehen, wie sich eine Gewitterwolke über ihrem Kopf manifestierte aus der Blitze zuckten, ihre Augenpartie war nur noch ein nachtschwarzer Streifen in dem zwei brennende Kohlen Flammen sprühten.
"Das - war - dein - dämlicher - Drache - als - du - "Fang - das - Stöckchen" - mit - ihm - gespielt - hast."
Uuups. Ja, der Kleine Beschwörer konnte sich dunkel daran erinnern dass Tolpatsch mit voller Geschwindigkeit gegen das Scheunentor gekracht war als er wie "Hans-guck-in-die-Luft" hinter einem Pofenionoberschenkelknochen hergejagt war.
"Jetzt hab ich genug, von diesem Ding! Jetzt mach ich es fertig!"
"Nein, lass das. Die Scheibe war verdammt teuer."
"Mir egal!" rief die kleine Heilerin, zupfte einen Pfeil hervor und hämmerte ihn händisch mit voller Wucht in die Zielscheibe.
Mitten ins Bullseye!
"Nein!" rief der kleine Beschwörer.
"Treffer!" rief die Kleine Heilerin.
"Verdammt! Das gilt nicht. Das ist unfair."
"Wohl wahr. Ich hab getroffen! Ich hab getroffen." Die Kleine Heilerin tanzte im Kreis, wie Rumpelstielzchen um sein Lagerfeuer. "Ich hab getroffen! Ich hab getroffen!"
"Du hast betrogen! Grummel"
"Wer? Iiich?" Langsam kam die Kleine Heilerin auf den Kleinen Beschwörer zu.
"Jawohlja."
Die Kleine Heilerin stand nun ganz nah vor dem Kleinen Beschwörer. Sie hob die rechte Hand und spreizte den kleinen Finger ab.
"Erstens: Ich hab nicht betrogen." Es folgte der Ringfinger.
"Zweitens: Der Pfeil steckt in der Scheibe." Es folgte der Mittelfinger.
"Drittens: Es war ausgemacht, dass ich einen Pfeil im Bullseye versenke. Wie er dorthinkommt ist egal." Es folgte...
"Nein! Nein! Nein! Das ist unfair."
"Was ist schon fair, Kleiner Beschwörer. Das ganze Leben ist unfair. Zahlen bitte."
"Das bekommst du zurück."
"Möglich. Aber nicht jetzt."
Die Kleine Heilerin hatte sich schon wieder umgedreht und entfernt. Jetzt drehte sie sich noch einmal zu dem Kleinen Beschwörer um.
Sie grinste über das ganze Gesicht und ihre Augen strahlten.
"Noch etwas... Leg dich nie mit einer Kleinen Heilerin an."
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5

Wednesday, 12. September 2018, 14:08

Laßt mich erzählen von einer Zeit die längst vergangen ist.
Laßt mich erzählen von der Zeit nach dem zweiten Götterkrieg, der die Irislande neu formte, der liebgewonnenes zerbrach wie einen Strohhalm. Der neue Länder schuf und alten ein neues Gesicht verpasste. Der Berge auftürmte und tiefe Schluchten riß.
Laßt mich erzählen von einer Zeit in der Helden oft nicht als Helden zu erkennen waren.
Laßt mich erzählen von einer Zeit da die Altvorderen durch die Irislanden zogen und ihre Spuren hinterließen. Von den Altvorderen, die immer da waren und immer da sein werden in all ihren Inkarnationen.
Ihr Glaubt mir nicht?
So lasst mich euch jene Legende erzählen vom Herrn der Wälder und warum er nichtmehr durch seinen Baumgarten läuft, sondern sich fesklammert an einem Ort, unbeweglich wie ein Stein, unfähig seinen Schützlingen selbst zu helfen.
Denn wisset, dass der Hüter nicht immer an seinem jetzigen Ort stand, jammernd vorbeiziehende Helden um Hilfe ersucht, sondern das es eine Zeit gab da er zwischen seinen Lieblingen umherwandelte.
Die Zeit war rau, an jeder Stelle konnte einen das Schicksal des Todes ereilen. Doch die Altvorderen fürchteten sich nicht.
Lärmend, polternd, eine Lied pfeifend zogen sie durch Iris.
Schon von weitem waren sie am Geklirre ihrer Rüstungen, am Knarzen des geölten Leders oder den falsch gepfiffenen Tönen zu erkennen.
So zogen sie hinauf in den Baumgarten des Hüters, hinter sich fein säuberlich gestapeltes Brennholz hinterlasssend das die Köhler nur einzusammeln brauchten.
Das Gehaue und Geschlage und Gepoltere blieb dem Hüter natürlich nicht verborgen. So schnell ihn seine Wurzeln trugen näherte er sich dem Lärm.
Was er sah gefiel ihm gar nicht.
"Was tut ihr da?" rief er den Altvorderen entgegen. "Haltet ein!"
"Huch! Wer bist du denn?"
"Ich bin der Hüter dieses Waldes. Ich beschütze und hege ihn. Und wer seid ihr?"
"Wir sind die Altvorderen."
"Und was macht ihr hier mit meinem Wald?"
"Wir schlagen Brennholz. Das sieht man doch."
"Das habe ich aber nicht erlaubt."
"Wir wussten nicht, dass man dazu deine Erlaubnis brauch. Davon haben die Köhler nichts erzählt."
"Ah, deshalb. Natürlich nicht. Das erlaube ich nicht."
"Hm. Und nun?"
"Verlasst ihr meinen Wald."
"Du weisst aber schon, das die Kohle benötigt wird, um Rüstungen und Waffen zu schmieden?"
"Ja. Und Äxte und Sägen und Spaltkeile. Alles Gerätschaften die meinem Wald schaden können. Hinfort!"
"Können wir uns nicht einigen? Nur ab und zu mal ein paar mittlerere Bäume?"
"Nein."
"Auch keine klizekleinen Bäumchen?"
"Nein."
"Du bist ein verdammt harter Verhandlungspartner. Und wenn wir dich einfach aus dem Weg räumen?"
Zuerst war es nur ein Säuseln im Wind, dann Blätterrascheln, dann begann die Erde zu beben und brach auf, dort wo sich Wurzeln einen Weg aus dem Erdreich bahnten, ein Netz aus Ästen schob sich vor den Himmel und sperrte die Altvorderen in eine Dämmerung ein.
"Na schön. Kein Holz mehr. Du gewinnst."
Das Blätterdach über den Altvorderen öffnete sich, die Wurzeln gruben sich wieder in die Erdkrume ein.
"Lass und trotzdem Freunde sein. Ich habe hier einen exzellenten Traubensaftperle. Lass uns darauf anstoßen."
Dem konnte auch der Hüter des Waldes nicht widerstehen, hatte er doch schon viel von dieser legendären Flüssigkeit gehört.
So wurde es doch noch ein fröhliches Gelage und der Hüter schüttete ein ums andere Mal ein Gläschen Traubensaftperle in sich hinein.
Er schlief tief und fest als die Altvorderen ihn leise verließen.
So schnell ihre Beine sie trugen liefen sie den Berg hinunter, denn...
Ein ohrenbetäubendes Gebrüll ließ den Berg zittern und die Altvorderen konnten genau spüren wie Wurzeln aus der Erde gerissen wurden und die Bäume versuchten den Altvorderen hinterher zu stürmen.
Seit dieser Zeit steht der Hüter unbeweglich an immer der gleichen Stelle, seine Rückseite verbergend in die die Altvorderen ihr Gildenzeichen eingeritzt hatten.
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6

Sunday, 23. September 2018, 12:46

EXTRABLATT! EXTRABLATT!
Träge öffnete der Kleine Beschwörer das linke Auge.
WELTUNTERGANG!?
Der Kleine Beschwörer öffnete das rechte Auge.
GEHEIMNISVOLLE KRANKHEIT WÜTET IM BELFIST TEMPEL!
"Ruhe!" brüllte der Kleine Beschwörer. "Kann man hier nicht einmal seine Siesta halten."
Unbeirrt brüllte der Kleine Zeitungsverkäufer weiter.
EXTRABLATT! EXTRABLATT!
Seufzend kramte der Kleine Beschwörer eine Münze aus seinem Beutel. Er wusste, dass er keine Ruhe bekommen würde bis der Kleine Zeitungsverkäufer nicht eines seiner EXTRABLATT-Exemplare losgeworden war. Er schnipte die Münze elegant durch die Luft, und genau so elegant kam die EXTRABLATT-Pergamentrollen angeflogen - genau gegen seine Stirn, wo sie elegant abtroppte und irgendwo hinter ihm verschwand.
"Aua! Na warte, du..."
Der Kleine Zeitungsverkäufer war nur noch als kleine Staubwolke zu erahnen.
Der Kleine Beschwörer rieb sich die Stirn und ließ sich wieder in seine Schlafposition zurücksinken. Die EXTRABLATT-Pergamentrolle hatte er schon wieder vergessen.
Er befand sich schon im Zusand des Dahindämmerns, als er sanft angestups wurde.
"Boss!"
Es folgte ein zweiter Stupser, nicht mehr ganz so sanft.
"Boss!"
Der dritte Stupser würde wohl einen blauen Fleck hinterlassen, einen sehr grossen blauen Fleck.
"Ja bist du narrisch!" Der kleine Beschwörer richtete sich auf und drehte sich um. Er blickte genau auf eine gewaltige Kniescheibe. Er musste seinen Kopf tief in den Nacken drücken um in das Gesicht des Kleinen Titanen zu blicken.
"Boss, das solltest du lesen." Der kleine Titan wedelte mit dem EXTRABLATT-Pergament vor dem Gesicht des Kleinen Beschwörers herum.
"Keine Lust, und seid wann kannst DU lesen?"
"Ha, jeder Abenteurer-Anwärter muss das bei der Aufnahmeprüfung nachweisen."
Der Kleine Beschwörer winkte ab. "Geschenkt. Warum soll ich mir dieses Schmierblatt antun? Steht eh nur Absurdes und Peinliches drin."
"Wie mans nimmt, Boss. Du solltest das aber trotzdem lesen."
Der Kleine Beschwörer seufzte. "Na schön. Reich mal rüber das Blatt."

EXTRABLATT! stand in riesigen Lettern ganz oben. Darunter von Blitzen und Explosionen eingerahmt WELTUNTERGANG! Soweit also nichts Neues.
Von unserem Redaktionsmitglied Kleiner Tintenkleks.
"Wenn die Monster sich abwenden und in ihre Gräber zurück kriechen, ist das Ende der Welt gekommen."
Dieser Ausspruch stammt vom großen Philosophen-Magier Nostradammnis und ist der letzte Satz seiner Prophezeiungen.
Erleben wir nun gerade dieses Weltenende? Hatte Nostradammnis recht?
Unbestreitbar geschehen momentan seltsame Dinge im als Anfänger-Dungeon verschrienen Belfist-Tempel. Wie wir von unserem Informanten erfahren konnten versuchen die Zombies und Skelette aus dem Tempel zu fliehen. Sie kriechen zurück in die Wände, verbergen sich in den Decken und Böden und weigern sich, sich den Abenteurern zu stellen.
In einer ersten Stellungnahme der MMORPG (Monster-Management-Organisation-für-Rache-Panik-und-Geschrei) wurde verlautbart, dass man sich der Sache annehmen würde und genaue Nachforschungen anstellen würde. Momentan könne man noch nichts genaues zu den Vorgängen sagen.
Selbst unser geheimnisvoller Informat, den wir nur mit einem schwarzen Augenbalken vor dem Gesicht kennen, kann keine genaueren Angaben machen. Er berichtet von einem Heulen, dass durch die alten Hallen des Tempels zieht, von Knistern und Prasseln durchdrungen. Manchmal könne man stöhnende Laute und Zähneklappern hören und durch meterdicke Steinwände sickerte der Schein von Feuer. Im ganzen Tempel stinke es nach Rauch und Feuer und verbranntem modrigem Fleisch. Brandspuren an den Wänden und Böden würden sich durch den ganzen Tempel ziehen, als schleiche ein riesiges feuriges Irgendwas durch die alten Hallen.
Erleben wir hier den Beginn des Unterganges? Kommt die Strafe der Götter?
Wir werden weiter berichten.

"Ach du Scheiße!" entfuhr es dem Kleinen Beschwörer.

Was wusste der Kleine Beschwörer? Erleben wir nun das Ende der Irislanden? Was haben die Altvorderen mit der ganzen Sache zu tun? Und wer zum Teufel ist der geheimnisvolle Informant mit dem schwarzen Augenbalken?
So viele Fragen.
Verpasst nicht die Fortsetzung unter dem Titel:
WELTUNTERGANG! oder doch nicht?
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7

Monday, 24. September 2018, 16:34

Ihr wisst noch?
EXTRABLATT!
WELTUNTERGANG?
"Ach du Scheiße!"
Hier also nun die Fortsetzung.

Ein paar Tage vorher.
Die Altvorderen standen vor dem Eingang des Belfist Tempel.
"Alle bereit?" fragte der Kleine Beschwörer in die Runde. "Habt ihr alle eure Waffen durchgesehen? Genug Pfeile dabei? Die Schwerter geschärft?"
Zustimmendes Gemurmel.
"Belastet die Heiler nicht zu sehr. Werft auch mal eigenständig einen Trank ein. Klar?"
Zustimmendes Gemurmel.
"Dann mal los. Auf in den Kampf."
Das schummrige Dämmerlicht des Tempels empfing die Altvorderen.
"Mehr Licht!" rief der Kleine Beschwörer.
Schweigen.
"Was ist? Mehr Licht, hab ich gesagt."
"Äh, Boss, ist das nicht deine Aufgabe?"
"Uups! Wollte euch nur prüfen."
"Ja, ja. Nur prüfen. Ist klar."
"Dann wollen wir mal. VULCAN! Flamme an!"
Ein kleines Flämmchen erschien vor dem Kleinen Beschwörer, das schnell größer und größer wurde und sich zu seinem Feuerelementar VULCAN formte. Schlagartig wurde es um die Gruppe heller.
"AEOL! Stürme heran!"
Ein laues Lüftchen strich durch den Tempel das schnell zu einem pfeifenden Wind wurde in dem sich, fast durchscheinend, der Windelementar AEOL formte. VULCAN knurrte ihn kurz an, da AEOLs Wind fast seine Flammen ausgepustet hätte.
Der Kleine Beschwörer atmete tief durch. In naher Zukunft würde er ein ernstes Wörtchen mit seinen Elementaren reden müssen, wenn sie effektiv miteinander kämpfen wollten.
So zogen dann die Altvorderen durch den Tempel. Rechts herum, links herum, über Wendeltreppen hinauf und wieder hinunter, einen Raum suchend, der ihnen am günstigsten erschien. Immer voran der Kleine Beschwörer mit VULCAN und AEOL. Schließlich hatten sie einen passenden Ort gefunden und das große Schlachten begann.
Alles passte perfekt. Wer geheilt werden musste, wurde geheilt. Geriet ein Heiler in Bedrängnis wurde er sofort beschützt.
Die anfängliche Anspannung verflog und die anrollenden Monster fielen wie die Fliegen.
Womöglich war es diese fehlende Anspannung, die den Kleinen Titanen etwas übermütig werden ließ, denn Runde um Runde zog er mehr Monster in den Raum und forderte von den anderen alles ab. Sein riesiges Schwert schlug Bresche um Bresche in die Monster, doch einmal erwischte er ein Monster nur mit der flachen Seite. Der getroffene Zombie wurde davon geschleudert und kullerte schließlich wie eine Bowlingkugel davon.
"Hey! So gehts ja auch!" rief der Kleine Titan, und fortan machte er sich einen Spass daraus, hin und wieder einen der Zombies oder Skelette mit der flachen Seite seines Schwertes zu prügeln. Mehr und mehr dieser rollenden Kugeln füllten bald den Raum, und es geschah was geschehen musste.
Als zwei Kugeln aus Zombie und Skelett zusammenprallten, splitterten sie nicht auseinander, sondern vermengten sich zu einem etwas gößeren Ball der weiter durch den Raum hüpfte. Der eine oder andere kam dabei auch VULCAN zu nahe und wurde verkohlt oder wurde von kleinen Flammennestern umwabert.
"Genug für heute!" rief der Kleine Beschwörer. "Jetzt wird noch aufgeräumt und dann gehen wir die Beute zählen."
Zusammen killten sie noch die letzten herumhüpfenden Bälle aus Zombie- und Skelettleibern. Ein paar der hüpfenden Zombie-Bälle waren zwar etwas hartnäckig denn es schienen schon mehr als zwei oder drei Monster zu sein, doch mit vereinten Kräften waren auch diese kein grosses Problem.
Der Kleine Beschwörer sah sich noch einmal in dem Raum um. Alles so, wie sie es vorgefunden hatten.
"Ab gehts, nach Hause!" rief er in die Runde.
Und so verließen die Altvorderen den Belfist Tempel.

Und hier sind wir nun wieder. Bei:
"Ach du Scheiße!"
"Du sagts es, Boss. Was machen wir nun?"
"Wir müssen da nochmal rein. Trommle alle zusammen. Treffpunkt in einer Stunde vor dem Tempel. Dalli, dalli!"

Was wusste der Kleine Beschwörer? Erleben wir nun das Ende der Irislanden? Hatte Nostradammnis doch recht? Was haben die Altvorderen wirklich mit der ganzen Sache zu tun? Und wer zum Teufel ist der geheimnisvolle Informant mit dem schwarzen Augenbalken?
So viele Fragen.
Verpasst nicht die Fortsetzung unter dem Titel:
WELTUNTERGANG! jetzt erst recht!
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8

Wednesday, 26. September 2018, 11:56

Ihr wisst noch?
EXTRABLATT!
WELTUNTERGANG?
Nostradammnis.
Belfist Tempel.
"Ach du Scheiße!"
Hier also nun die Fortsetzung.

Die Altvorderen standen vor dem Seiteneingang des Belfist Tempel.
"Leise jetzt. Einer nach dem anderen durch. Und zack."
Die Dämmerung des Tempels empfing sie. Sie lauschten, doch nichts war zu hören.
"Alles ruhig. Seltsam."
"NYMPH! Dreizack ahoi!" beschwor der Kleine Beschwörer seinen Wasserelementar. Wenn es stimmte, was sie vermuteten, würden sie ihn dringend benötigen. Nebel entstand um die Gruppe und daraus formte sich NYMPH. Leise plätscherten kleine Wassertropfen auf den Boden.
"Versucht keinen all zu grossen Lärm zu machen. Das gilt besonders für dich, Kleiner Ritter."
"Meine Rüstung scheppert nun mal. Sind nicht alle so Leisetreter wie ein Stoffrüstungträger."
Leise schlichen sie weiter, lugten vorsichtig um Ecken und in Kammern. Alle waren sie leer.
Plötzlich hörten sie ein leises prasselnd-zischendes Geräusch.
Als sie um die Ecke spähten, sahen sie es.
Einen kleinen Ball aus rauchenden, kokelnden Zombie und Skelettleibern, der langsam im Zickzack durch den Gang rollte.
Ein stummer Befehl genügte und ie Gruppe stürzte sich auf das Seltsame und hackte es in Stücke.
"Kann es das schon gewesen sein?" fragte die Kleine Magierin.
Der Kleine Beschwörer schüttelte den Kopf. "Viel zu wenige. Da muss es noch mehr geben. Versuche mal, ob du sie lokalisieren kannst."
Die Kleine Magierin legte ihre Hände an die uralte Wand und schickte ihre Magie hindurch.
"Hab etwas. Kommt."
Sie lief vorraus. rechts herum, links herum, Treppen rauf und wieder runter.
"Leise jetzt." Sie lugte um ein Eck und zuckte erschrocken zurück.
"Was ist?"
"Sieh selbst."
Der Kleine Beschwörer drückte sich an ihr vorbei und sah ums Eck. Was er sah, begeisterte ihn nicht.
In einer kleinen Kammer befand sich eine große Kugel aus Leibern. Eine sehr große Kugel. Sie füllte fast die Kammer aus. Sie brannte und knisterte und bewegte sich hin und her. Nun konnte der Kleine Beschwöhrer auch das leise Stöhnen und Heulen vernehmen.
"Oh, oh. Verdammt groß das Ding."
"Stimmt. Da drin ist für uns zu wenig Platz. Wir müssen es woanders hinlocken."
"Wohin?"
"Dorthin wo alles begann. Dort ist genug Platz. Titan bleibt hier bei mir, die anderen laufen vorraus und bereiten alles vor. Titan und ich locken es dorthin."
"Warum ich?"
"Dich kann es nicht übersehen."
Während sich die anderen auf den Weg machten, bereiteten sich der Kleine Beschwörer und der Kleine Titan auf ihre Aktion vor.
"Los jetzt!"
Sie traten hervor und hüpfte und hampelten herum, um die Aufmerksamkeit des Leiberballs zu erringen, was ihnen nach kurzer Zeit auch gelang.
Zischend und prasselnd setzte sich der monströse Ball in Bewegung, genau auf die beiden zu.
"Weg!"
"Was ist, wenn der nicht durch den Gang passt?"
"Der wird passen. Magie kann alles."
Der Kleine Beschwörer hatte recht. Ohne Probleme schob sich der Ball in den Gang, füllte ihn komplett aus und jagte hinter den beiden her.
"Ich komme mir vor wie Elfen-Jones."
"Wie Wer?"
"Elfen-Jones Jäger des verlorenen Schatzes. Nicht gesehn. Als er die Falle auslöste und die Riesenkugel ihn durch die Gänge jagte?"
"Ne. Das Ding kommt mir eher vor wie eine rollende Kritterskugel die über die Mainstreet kullert."
"Jetzt nur nicht stolpern."
So liefen und hüpften die beiden durch die Gänge, ihne dicht auf den Fersen die flammende Zombie-Skelett-Kugel, hinein in den großen Raum, in dem schon der Rest der Gruppe wartete.
Der Kampf war lang und hart, doch den Altvorderen gelang es, die in dem grosen Ball enthaltenen Leiber sozusagen herauszuschnitzen und sie einzeln nieder zu knüppeln. Schliesslich hatten sie den großen Ball in seine Einzelteile zerlegt.
Als der letzte Zombie endlich niedergestreckt war, trat eine goße Gestalt aus den Schatten.
"Aahh!" Die kleine Heilerin war aber auch so schreckhaft.
Die Gestalt trug einen schwarzen Augenbalken vor dem Gesicht, den sie nun entfernte.
"Leon!" entfuhr es dem Kleinen Beschwörer.
"Wußte ich doch, dass ihr das wart. Den Preis kennst du ja." sprachs, drehte sich um und verschwand.

Epilog.
"Wahrlich ein gutes Gesöff." Leon setzte sein Glas ab und leckte sich über die Lippen.
"Nur weil du nichts dafür bezahlst." grinste ihn der Kleine Beschwörer an.
"Tja, Strafe muss sein. Das kennst du doch."
"Ja, ja. Aber sag mal, was sollte das mit dem "schwarzen Augenbalken"? Hätte es "Verpixelung" nicht auch getan?"
Leon lachte. "Natürlich. Aber ich fand es so schön altmodisch klassisch viel besser. Erinnert mich an meine Jugend."
"Und das EXTRABLATT?"
"Gibt nur eine Exemplar. Extra für dich. Prost."
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9

Wednesday, 3. October 2018, 10:53

Hallo! Huhu! Ich bins.
Der Kleine Drake vom Kleinen Beschwörer. Ah, nein, inzwischen ist er ja der Kleine Elementarist.
Elementarist. Pfft! Was für eine hochtrabende Bezeichnung für einen Möchtegernzauberer. Nur weil er mit einem Fingerschnippen über die Elemente befiehlt und ein paar Elementargeister durch die Gegend scheuchen kann. Paah, das kann ich auch wenn ich größer bin. Und ich werde größer werden und dann werde ich der Herr der Welt.
Jawohl. Genau das wird geschehen, so wahr ich ... heiße.
Habt ihr es gemerkt? Ich kann meinen Namen nicht schreiben. Zumindest nicht meinen wahren Namen.
Warum? Nun, die menschliche Sprache ist nicht dafür geschaffen. So einfach ist das. Sie ist zu primitiv um Drachensprache wiedergeben zu können.
Ich könnte zwar versuchen meinen Namen in eure Sprache zu übersetzen, doch dann würde allein das Schreiben meines Namens einen halben Tag benötigen. Nein, das lassen wir lieber. Aber ihr könnt mich Herrscher der Welt oder Tolpatsch nennen.
Tolpatsch. Hah, wieder so etwas, das der Kleine Elementarist lustig findet. Ich aber nicht.
Was kann ich dafür, wenn das Scheunentor in meiner Flugbahn liegt. Es hat zu weichen, wenn ich angeflogen komme. Oder was kann ich dafür, wenn plötzlich der schmächtige Rücken meines Herrchen vor mir auftaucht weil er unsanft gestoppt wird. Glaubt er ich habe ABS?
Nee, nee, dass bekommt er zurück. Spätestens wenn ich als Herrscher der Welt über ihm throne und ihn richte. Furchtbar wird das sein. Jawohl.
Dann bekommt er auch zurück, dass er mich umgefärbt hat.
Könnt ihr das glauben? Er wollte mich doch tasächlich Pink einfärben. Pink! Ich bitte euch. Oder noch schlimmer Lila. Sogar an Lavendel und Rosarot hat er gedacht. Also ehrlich...
BIN ICH DENN EIN MÄDCHEN?
Schwarz. Schwarz wie die dunkelste Nacht, das wäre meine Farbe gewesen. So schön morbide und gefährlich. Aber nein, was wählt er? Blau.
Blau! Da klingeln einem ja noch die Ohren vom uralten Ohrwurm. Was, kennt ihr nicht?
"Blau, blau, blau blüht der Enzian..."
Versteht ihr jetzt?
Aber das wird sich alles ändern, wenn ich erst die Weltherrschaft an mich gerissen habe.
Dann werd ich auch verbieten das Drachenwaffen hergestellt werden dürfen. Jawohl. So wie es jetzt noch geschieht. Brrr. Da schüttelts mich echt. Wie kann man nur? Wie kann man nur aus meinen Tanten, Onkeln, Brüdern, Schwestern Waffen herstellen? Das ist doch barbarisch!
Kein Drache käme auf die Idee aus Menschen Waffen herstellen zu wollen. Wäre ja auch sinnlos. Menschen besitzen keine Magie. Sie können Magie zwar erlernen, aber wir Drachen sind Magie. Wir Drachen haben die Magie geschaffen. Jawohl. Das wird aber wohl nie in eure primitiven Gedanken einsickern. Das kennt man ja.
Auch wird sich ändern, das die Drachen als Stöckchenholer gequält werden oder als Itemklauber misbraucht werden. Das geht ja mal gar nicht.
So wie neulich, als der Kleine Elementarist mal wieder beschloss, etwas für seine Geldkatze zu tun.
Nimmt der doch tasächlich den Auftrag an eine Wagenladung Basiliskenleder und -knochen heran zu schaffen.
Also ziehen wir mit der Kleinen Klerikerin los in die Wüste. Überall Sand, Sand nichts als Sand. Wie soll sich da ein Drache wohlfühlen. Überall kriecht der feine Sand hinein. In mein Maul, unter meine Augenlieder, in meine Nase und er kriecht sogar unter meine Schuppen. Habt ihr auch nur den Hauch einer Ahnung wie das scheuert? Wie der Sand zwischen meiner Haut und den Schuppen reibt? Bei jedem Flügelschlag könnte ich heulen. Ne, aber das interessiert euch Menschen nicht.
Kaum sind wir da, ruft er laut: "VULCAN! Flamme an!" und sein Feuerdings kommt angerast und kuschelt sich an seine Seite. Hey, das ist meine Sache! Und dann nochmal: "AEOL! Stürme herbei!" und mich pustet es erstmal fünf Meter zur Seite. Ja sind die Dinger denn narrisch?
Der Kleine Elementarist und die Kleine Klerikerin beginnen also das große Schlachten.
Hui, gab das immer eine Sauerei, wenn einer der Basilisken umkippte und ihm das Fell, äh Leder über die Ohren gezogen wurde und die Schwanzknochen herrausgerissen wurden. Was aber taten die beiden dann? Warfen sie doch das Zeug einfach auf den Boden und befahlen mir es zu säubern und fein säuberlich einzupacken. Warum säubern sie es nicht selbst und packen es ein? Zu faul dazu, nee.
Ja, mit dem Kleinen Drake kann man es ja machen. Sie haben das Vergnügen und ich die Arbeit. Und das war nun eine der dreckigsten Arbeiten die ich bis dato für meinen Kleinen Elementaristen erledigt habe. Hinterher sah ich aus wie ein Warzenschwein, das sich in der dreckigsten Dreckkuhle herumgewälzt hatte die zu finden war.
Brr, mich schüttelts noch immer. Drei Stunden habe ich gebraucht, bis meine Schuppen wieder glänzten.
Leider wird noch viel Wasser durch die Flüsse fließen, bis ich groß bin. Aber dann...
... werde ich der Herr der Welt und alles wird sich ändern.
Jawohl!

(Für einen Freund. Erinnerungen sterben nie.)
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10

Sunday, 14. October 2018, 13:54

"Du schaffst das schon, haben sie gesagt."
"Ich weiß."
"Du bist der beste Schleicher, haben sie gesagt."
"Ich weiß."
"Du bist der perfekte Leisetreter, haben sie gesagt."
"Ich weiß."
"Und dann das... Irgendjemand hat doch den trockenen Ast direkt unter meinen Fuß gelegt. Das kann doch gar nicht anders sein."
"Ich weiß. Der Knall war bis zu uns zu hören."
"Die Räuber haben den Knall auch gehört. Weißt du wie schnell die auf mich zugestürmt kamen? Ich hatte kaum Zeit zu reagieren."
"Aber du hast es geschafft."
"Ja, nur wie! Schau dir mal mein Röckchen an. Schau dir meine Bluse an. Alles zerrissen."
"Süße, glaubst du wirklich du hast was zu verstecken? Du bist hier doch der Eyecatcher. Und den Super Trouper hast du heute auch ganz alleine für dich"
"Super... was?"
"Super Trouper beams are gonna blind me. Oh Süße, du solltest wirklich öfter tanzen gehen. Oder dir mal ne Geschichte auf der Zauberwand ansehen."
"Aber das war so peinlich. Die Jungs haben meine Brüste gesehen. Ist ja auch alles kaputt, zerfetzt durch die verdammten Äste und Dornen durch die ich durchmusste."
"Ja und? Glaubst du die Jungs wissen nicht wie so was aussieht?"
"Meinen Rock hat es auch erwischt. Sogar mein Höschen hat einen Riß."
"Laß sehen. Ja, da ist nicht mehr viel dran. Da haben sich die Verfolger sicher gefreut als sie hinter deinem Hintern herhechelten."
"Echt jetzt? Wie peinlich."
"Warum? So habe die zumindest vor ihrem Ende was Süßes gesehen."
"Ja, und die Jungs meine Vorderseite."
"Ach, du warst verdammt schnell, als du durch das Gebüsch hindurch bist. Wir hatten kaum Zeit zu reagieren. Und trotz deiner ungewöhnlichen Montur haben sich die Jungs nicht ablenken lassen."
"Meinst du. Kann ich mir aber nicht vorstelle. Das sind doch Jungs!"
"Natürlich. Das sind durch und durch Jungs. Wenn sie dich so in der Stadt angetroffen hätten, wären sie dir bis auf dein Nachtlager gefolgt. Wir sind hier aber nicht in der Stadt."
"Und?"
"Paß mal auf. Hey Jungs, schaut mal her!"
"Was gibts?"
"Stör nicht."
"Hmm?"
"Was seht ihr hier, Jungs?"
"Kleine Zauberin und Kleine Waldläuferin. Warum?"
"Und desshalb störst du?"
"Hmm?"
"Ja sind die denn bescheuert? Da steh ich halbnackt vor denen und die bemerken das nicht!"
"Oh doch. Das haben die bemerkt. Die haben ganz genau gesehen was du sonst so unter deiner Montur versteckst. Die haben die blutenden Schrammen auf deinen Brüsten gesehen, dein zerrupftes Haar, das Röckchen, das man eigentlich nur noch als Wischmop gebrauchen kann, die blutigen Striemen auf deinen Armen und den panischen Ausdruck in deinem Gesicht. Sie haben aber auch die Räuber hinter dir gesehen und du kannst mir glauben, Süße, ihr Zorn war gewaltig."
"Meinst du?"
"Süße, glaub einer Kleinen Zauberin, die hier die Erwachsene, Übelegende, Erfahrene und was weiß ich noch alles spielen muss. Wisch dein Gesicht sauber, und wenn wir in der Stadt sind bring ich dich zu meiner Schneiderin. Die zaubert dir aus exzellenter Spinnenseide neue Klamotten die einiges aushalten glaub mir."
"Echt?"
"Echt. Und wenn es wieder etwas ruhiger geworden ist, erzähl ich dir die Geschichte vom fehlenden Schlüpfer, damit du weisst, dass du nicht alleine bist."
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11

Wednesday, 24. October 2018, 10:00

Der Boden bebte als mit Splittern und Krachen der Sand aufbrach und sich eine Steinsäule in den Leib der Wüstenspinne bohrte. Sie wurde angehoben und als sich die Steinsäule zurückzog krachte auch die Spinne zurück auf den sandigen Boden. Trotzdem stemmte sie ihren zerfetzten Leib nach oben und die acht Beine wirbelten als sie sich blitzartig den beiden Gefährtinnen zuwandte.
"Verdammt!" rief die Kleine Zauberin als die Wüstenspinne auf sie zuraste.
Sie hörte neben sich noch ein leises "Zing!" dann steckte auch schon zitternd ein Pfeil in einem der Spinnenaugen.
Die Wüstenspinne wurde langsamer und langsamer, dann knickten ihre Beine ein und der Spinnenleib schlitterte über den Boden. Nur zwei Handbreit vor den Schuhen der Kleinen Zauberin blieb die riesige Spinne liegen.
"Puh!" Die Kleine Zauberin ließ den angehaltenen Atem entweichen.
"Jetzt wird geerntet!" rief die Kleine Waldläuferin und hüpfte leichtfüssig auf den Spinnenleib. Auf diesem hüpfte sie so lange herum, bis sie aus der Spinne den letzten Zentimeter Spinnenfaden herausgepresst hatte. Es war eine gewaltige Menge.
"So, jetzt haben wir genug", sagte die Kleine Zauberin, die den Spinnenfaden zu einem Knäul aufwickelte und dieses dann in den Sack stopfte in dem sich schon etliche dieser Spinnenfadenknäul befanden.
"Meinst du?" Die Kleine Waldläuferin hörte sich etwas unsicher an.
"Klar. Ich hab schon so oft Arise mit diesem Zeug versorgt. Aus dem was wir gesammelt haben kann sie locker 3 Rüstungen schneidern. Passt also. Eine für dich, eine für mich und den Rest für Arise als Bezahlung. Da kommen wir noch billig weg."
Die Kleine Zauberin wuchtete den Sack mit Spinnenfäden auf ihr Pferd.
"Und zurück geht es, zu Arise."
"Wie lange wird sie für die Rüstungen brauchen, was meinst du?" fragte die Kleine Waldläuferin. "Ich kann es kaum erwarten, das schicke Teil anzulegen."
"Nun, das Reinigen und Weben dürfte die meiste Zeit beanspruchen. Dann kommt noch Maßnehmen und kleinere Korrekturen... so ein paar Tage sicher."
"Ooch. So lange."
"Wenn man bedenkt, das die Herstellung von Spinnenseide schon extrem aufwändig ist, dann geht das doch recht flott."
"So Aufwändig? Ja? Warum?"
"Da musst du Arise fragen. Sie ist der Profi darin. Nicht ich."
Aus dem Orange und Ocker der Wüstenlandschaft begannen sich die Mauern von Majar heraus zu schälen. Gewaltig hohe Mauern, die nicht nur die Bestien abhalten sollten, sondern auch die Lebensader von Dratan vor dem immerwährenden Sand schützten, der von den Winden und Stürmen gegen die Mauern geschleudert wurde und ein immerwährendes schabendes und mahlendes Geräusch erzeugte.
Schon von weitem konnten die Kleine Zauberin und die Kleine Waldläuferin einen großen Kastenkarren entdecken, dessen Lenker scheinbar mit den Wachen diskutierte. An der Seite des Karrens stand in farbigen Buchstaben "IIH-BAY! Der magische Versandhandel. Sie bestellen, wir liefern."
Gerade sagte der Wächter:"Ich kann dir niemand mitgeben, der dir den Weg zeigt. Finde ihn selber."
"Gibt es Probleme?" fragte die Kleine Zauberin.
"Der kennt sich hier nur nicht aus. Er will zur Arena."
"Ist zwar nicht unser Weg, aber wir können ihn hinbringen."
"Ihr seid meine Rettung, Edle Dame."
Die Kleine Zauberin kicherte. Wenn du wüsstest.
"Was bringt ihr denn Schönes?" fragte die Kleine Waldläuferin den Wagenlenker, als sie unterwegs durch die Stadt waren.
"Moment. Ah, hier steht es: Ein Super Trouper, gebraucht, generalüberholt. Lieferbar an die Arene von Dratan, zu Händen von Phineas Taylor Barnum."
"Yippie Ya Yeah! Er hat es doch noch geschafft!" entfuhr es der Kleinen Zauberin.
"Von was redest du?"
"Ist ne kleine Überraschung. Und Überraschungen werden nicht verraten. Dort drüben ist übrigens Dick, der Turnierverwalter. Er führt dich weiter zur Arena, Lieferjunge."
"Habt nochmals Dank, edle Dame."
"Gern geschehen. Wir müssen jetzt in die andere Richtung."
Ein kurzes Stück Weges noch, und sie kamen bei der Schneiderin an, die sie schon sehnsüchtig erwartete.
"Habt ihr die Fäden? Oh so viele! Da mache ich gerne eure Rüstungen. Aber es wird etwas dauern."
"Schaffst du es noch vor Halloween?"
"Uuih, das wird knapp. Müsste aber noch klappen. Da ist übrigens etwas für dich abgegeben worden."
Arise überreichte der Kleinen Zauberin einen Umschlag.
Die Kleine Zauberin sah auf den Umschlag, grinste und steckte ihn weg.
"Und jetzt?" fragte die Kleine Waldläuferin.
"Jetzt trommeln wir den Rest der Truppe zusammen und gehen einen heben. Ich habe Lust auf einen Humpen Traubensaftperle. Ach was, es kann auch ein ganzes Faß sein", antwortet die Kleine Zauberin fröhlich. "Es gibt was zu feiern."

Demnächst: HALLOWEEN SPEZIAL.
Als Gaststar: Der Grosse Kürbisgeist.
Hier in diesem Theater.
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